„Dieses kleine Buch kann Menschen, die mit aufdringlichen Gedanken zu tun haben, eine rasche Erleichterung sein. Ich schätze die Einfachheit, mit der hier eine wesentliche Funktion des Gehirns nutzbar wird. Es geht um die Umfokussierung.“
Dr. med. Gudrun Birk, Somatic Experiencing® Traumatherapie Marburg

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Was sind intrusive Gedanken?

Was sind intrusive Gedanken?

Intrusive Gedanken sind aufdringlich und belastend wirkende Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen und innere Bilder. In der psychiatrischen Diagnostik wird diese Art von Gedanken vor allem mit der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) in Verbindung gebracht.

Der Begriff Intrusive Gedanken kommt vor allem in der Behandlung von Traumata und PTBS vor. Ein intrusiver Gedanke (das Wort intrusiv stammt aus lat. intrudere für „eindringen“) kann beispielsweise mit einer Gewaltszene oder einem Erleben von Ohnmacht und Ausgeliefertsein zu tun haben, etwa im Zusammenhang mit Sexualität, Erniedrigung oder Infragestellung von Gefühlen.

Eine Intrusion (intrusiver Gedanke) dreht sich voller Sorgen meistens um Themen wie Gewalt, reale oder vermutete Bedrohungen, Obszönes, Verbotenes, um Aggressivität, Scham und Angst.

Die von intrusiven Gedanken betroffenen Personen erleben oft ein Trauma erneut. Es bleibt also nicht beim Gedanken, sondern auch der Körper kann mit Reaktionen wie Schweißausbruch, Zittern und erhöhter Pulsfrequenz reagieren.

Was heißt Trauma im Zusammenhang mit intrusiven Gedanken?

Trauma kann bei der Intrusion vieles heißen:

  • Verlust
  • Angriffe auf Leib und Leben
  • Unfall
  • andere Gefahrensituation
  • fundamentale Enttäuschung
  • Demütigungen
  • Abwertungen
  • Mobbing

Warum wirken intrusive Gedanken mächtig?

Intrusive Gedanken wirken mächtig, weil sie ohne Vorankündigung auftauchen. Diese Gedanken kommen so oder so. Sie entziehen sich der mentalen Kontrolle, bis der Mensch den Zusammenhang verstanden hat.  Sie können Teil eines Flashbacks sein oder selbst als Trigger (Schlüsselreiz) für ein Flashback wirken.

Beispiel: Eine Person sieht einen See, assoziiert damit das Meer und erinnert sich an einen dramatischen Vorfall in ihrer Kindheit, als sie vom Ufer mit der Strömung weggezogen wurde. Hier kann sich eine Gedankenschleife entwickeln, die auch auf der körperlichen Ebene eine Reaktivierung der damaligen Ängste bewirkt: so, als wäre sie auch in der heutigen Situation akut bedroht – Jahrzehnte nach dem traumatischen Ereignis. Es kommt zu einer Reaktivierung des im Gehirn abgespeicherten Erlebnisnetzwerks – inklusive aller somatischen (körperlichen) Reaktionen.

Das natürliche Bestreben des Menschen ist es, Schmerz zu vermeiden. Aber durch den Versuch, übermächtige Gedanken zu vertreiben oder zu verhindern, erhalten diese Gedanken mehr Aufmerksamkeit.

Die kontraproduktive Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die Ablehnung der Gedanken kann auch zu einem Phänomen führen, das bei der Zwangsstörung oder bei Zwangserkrankungen zu beobachten ist. Ein Mensch erlebt sich als gestört, weil er nicht erfolgreich gegen einen Gedanken ankämpft. Die Hirnforschung zeigt, dass schon die Vorstellung von etwas Wirkungen hat – auch auf der Ebene der Psychosomatik.

Deshalb finden Patienten und auch die klinische Psychologie meistens keinen Weg, diese Art der Gedanken aus ihrem Leben zu entfernen.

Die Idee im Konzept der Gedankenwohnung ist es, alle Gedanken zu integrieren und bildhaft an Stellen abzulegen, wo sie problemlos existieren können.

Weitere Fragen und Antworten zu intrusiven Gedanken

Woher kommen intrusive Gedanken?

Intrusive Gedanken kommen in der Regel durch Stress, Trauma und psychische Krisen ins Bewusstsein.

Wodurch werden intrusive Gedanken ausgelöst?

Sind intrusive Gedanken die eigenen Gedanken?

Was sind intrusive Erinnerungen?

Intrusive Erinnerungen sind unerwünschte, aufdringliche Gedanken oder Bilder, die unerwartet in den Geist eindringen und oft mit belastenden Erfahrungen oder Traumata verbunden sind.

Warum verdrängt das Gehirn schlechte Erinnerungen?

Was sind typische Beispiele für intrusive Erinnerungen?

Beispiele für intrusive Erinnerungen sind Kriegstraumata, Unfallbilder, Gewaltübergriffe oder belastende Ereignisse, die ungewollt und wiederholt im Geist auftauchen.

Wie nennt man falsche Erinnerungen?

Falsche Erinnerungen nennt man „Pseudoerinnerungen“ oder „fehlerhafte Gedächtnisinhalte.“

Sind Zwangsgedanken falsche Erinnerungen?

Nein, Zwangsgedanken sind keine falschen Erinnerungen. Zwangsgedanken sind unerwünschte, repetitive Gedanken oder Ideen, während falsche Erinnerungen irreführende Überzeugungen über vergangene Ereignisse sind.

Kann man Erinnerungen manipulieren?

Ja, Erinnerungen können durch suggestive Fragen, Einflussfaktoren und soziale Interaktionen beeinflusst oder manipuliert werden.

Wie nennt man manipulierte Erinnerungen?

Manipulierte Erinnerungen werden oft als „verfälschte“ oder „suggestive Erinnerungen“ bezeichnet.

Warum bleiben negative Erinnerungen?

Zum Schutz vor ähnlichen Gefahren speichert das Gehirn negative Erinnerungen, um zukünftige Risiken besser zu erkennen und vermeiden zu können.

Wie entstehen Intrusionen?

Intrusionen entstehen durch wiederkehrende, unerwünschte Gedanken oder Bilder, oft infolge von belastenden Erfahrungen oder Traumata, und können durch Stress oder Auslöser verstärkt werden.

Was passiert im Gehirn bei einem Flashback?

Bei einem Flashback reaktiviert das Gehirn traumatische Erinnerungen. Die betroffene Person erlebt die Situation erneut. Dies aktiviert die Amygdala. Es führt zu Angst- und Stressreaktionen.

Sind Flashbacks Dissoziation?

Nein, Flashbacks sind intensive Assoziationen mit traumatischen Ereignissen, keine Dissoziationen.

Was sind typische Beispiele für Trigger?

Trigger können Geräusche, Gerüche, Orte, Bilder oder Gesprächsinhalte sein, die Erinnerungen an traumatische Erfahrungen auslösen.

Wie äußern sich Trigger?

Trigger äußern sich durch starke emotionale Reaktionen oder Flashbacks, wenn sie an traumatische Ereignisse erinnern. Dies kann Angst, Panik oder Stress verursachen.

Was bedeutet intrusive thoughts?

“Intrusive Thoughts” bedeutet auf Deutsch „aufdringliche Gedanken“ und bezieht sich auf unerwünschte, wiederkehrende Gedanken oder Bilder, die mit hohen Belastungen verbunden sind.

Welche Rolle spielt bei intrusiven Gedanken das Arbeitsgedächtnis?

Das Arbeitsgedächtnis hält intrusive Gedanken im Bewusstsein. Dies beeinflusst die Denkmuster eines Menschen.

Wie kann man Intrusionen verhindern?

Intrusionen können durch die Bewusstwerdung der Zusammenhänge verhindert werden. Wer die Wechselwirkungen und die Funktion von Intrusionen erkannt hat, wird seine Gedanken integrieren, statt sie zu bekämpfen.

Wie bekommt man belastende Gedanken aus dem Kopf?

Fragen

Antworten

Für wen ist dieser Artikel hilfreich?

Für Personen, die von aufdringlichen und belastenden Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen und inneren Bildern betroffen sind.

Welche Probleme könnte man vor dem Lesen dieses Artikels haben?

Personen könnten Schwierigkeiten haben, ihre aufdringlichen Gedanken zu verstehen und zu kontrollieren.

Welche Erkenntnisse können Sie aus diesem Text gewinnen?

Ein tieferes Verständnis für intrusive Gedanken und deren Ursprung.

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Johannes Faupel
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