Traurige Stein-Statuen

Was kann ich tun bei Gedanken der Wertlosigkeit?

Erste Hilfe für sich selbst: Gedanken der Wertlosigkeit als vorhanden annehmen und dann den Umgang mit ihnen auf sanfte, gehirngerechte Weise verändern. Nicht gegen die Gedanken kämpfen, denn das würde sie verstärken.

Wie kommt es zur Selbstabwertung und den damit verbundenen Gedanken?

Selbstabwertung entsteht, wenn kein besseres und stärkeres Selbstkonzept vorhanden ist. Erfolglose Lösungsversuche und die negativen Rückmeldungen aus der Umgebung führen natürlicherweise zu einer schlechten Selbstwahrnehmung. Das ist erst einmal ganz normal. Es liegt also nicht daran, dass etwas in einem Menschen falsch ist, wenn er in einer Phase seines Lebens überwiegend negativ über sich denkt.

Wann kommen negative Selbstbewertungen vor allem vor?

Gedanken der Wertlosigkeit zählen zu den typischen Phänomenen, die z. B. bei depressiven Verstimmungen, Angststörungen, der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Essstörungen und belastenden Lebenssituationen auftreten können.

Depressive Verstimmungen

Gedanken der Wertlosigkeit, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, überzogene Selbstkritik, Selbstwahrnehmung der Unfähigkeit und totalen Inkompetenz: Wenn diese Sorte von Gedanken das aktuelle Selbstbild bestimmt, ist der Eindruck von der angeblichen Wertlosigkeit der eigenen Person normal, also eine natürliche Folge.

Was können Sie tun, wenn Sie sich in depressiven Gedanken verheddert haben?

Im Konzept von „Gedankenwohnung“ können Sie sich in Ihrem inneren Erlebnisraum (in Ihrer Fantasie) ein Zimmer oder ein Büro vorstellen, in dem eine Seite von Ihnen höchst einseitig nur über rein theoretische, negative  Ereignisse Selbstgespräche führt. Gehen Sie gedanklich zu diesem Zimmer. Sagen Sie der Seite, die da negativ über Sie spricht: „Ich beschäftige mich später damit.“ Sagen Sie es freundlich. Dann schließen Sie die Tür und gehen zu einem Raum, den Sie (so der Vorschlag aus „Gedankenwohnung“) zum Beispiel „Galerie“ nennen könnten. Gehen Sie hinein. Sehen Sie sich in diesem Raum um. Dort sind Bilder von erfreulichen Ereignissen Ihres Lebens ausgestellt. Es sind erfreuliche Begegnungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit. Außerdem sind gute Entwicklungen der Zukunft sichtbar, die jetzt, in diesem Moment, ihren Anfang nehmen. Weil Sie in der Galerie sind. Währenddessen murmelt eine Seite von Ihnen in dem negativen Raum weiter ihre monotonen Selbstabwertungen. Das ist in Ordnung, denn Sie beschäftigen sich damit (vielleicht) später.

Gedanken der Wertlosigkeit bei Angststörungen

Bei Angststörungen kommen Gedanken der Wertlosigkeit besonders intensiv vor. Kein Wunder, denn die von Ängsten betroffenen Personen fühlen sich inkompetent oder zu schwach, um ihre Ängste „in den Griff zu bekommen.“ Bei näherer Betrachtung stellt sich oft heraus: Ängste sind im entsprechenden Kontext (Zusammenhang) nachvollziehbar. Sie können in bestimmten Situationen lebenserhaltend sein und auf einen unlösbaren Konflikt hinweisen.

Was können Sie tun, um bei Ängsten aus negativen Selbstabwertungen auszusteigen?

Lernen Sie Ihr Gehirn kennen. Gehirne lassen sich nichts vorschreiben, denn da gehen sie in den Widerstand. Vor allem können Sie einem Gehirn nicht die Angst „austreiben.“ Beim Versuch, eine handfeste Angst zu verdrängen, zu unterdrücken oder gar zu beseitigen, wird das Gehirn alles dafür unternehmen, die Angst aufrecht zu erhalten. Warum das?

Angst hat die Funktion, Schaden abzuwenden. Es spielt keine Rolle, ob es sich um eine real bevorstehende Gefahr handelt oder um eine imaginierte, rein theoretisch eintreten könnende oder sogar eine abwegige Vorstellung von Risiken. Das Gehirn wird bei der Angst bleiben, um Unheil zu vermeiden.

Richten Sie in Ihrem Kopf einen Alarmraum ein. Dort können alle realistischen (eine Raubkatze könnte mich in Afrika bei einer Safari anfallen) und unrealistischen Ängste (eine Raubkatze könnte mir im Kaufhaus einer mitteldeutschen Kleinstadt gefährlich werden) Platz haben. Im Alarmraum kann rund um die Uhr gewarnt werden, während Sie (in Ihrer Vorstellung) außerhalb des Alarmraumes Ihren Alltag gestalten.

Das kann funktionieren.

Ist „Gedankenwohnung“ eine wissenschaftlich anerkannte Methode?

Wissenschaftlich anerkannt ist dieser zwar Ansatz nicht, aber er basiert auf fundamentalen Erkenntnissen der Hirnforschung.

Seit die Neuroplastizität dank der modernen Hirnforschung bekannt ist, kann kein mentaler Zustand mehr als statisch verstanden werden. Neuroplastizität, s. hierzu auch Santiago Ramón y Cajal, Donald Hebb, Paul Bach-y-Rita, Michael Merzenich und Jon Kaas besagt, dass sich Hirnstrukturen durch neue Erfahrungen und durch Lernen verändern können.

Welche Gedanken kann man mit eigenen Mitteln und etwas Übung und Geduld verändern?

Sie können alle Gedanken verändern, zum Beispiel „automatische“ negative Gedanken, Gedankenkreisen, intrusive Gedanken, aggressive Gedanken, Zwangsgedanken und weitere Denkmuster, die zu Schuldgefühlen, Erschöpfung und Verzweiflung führen,

Entscheidend ist es, dass Sie sich speziell den besonders unangenehmen und zunächst beängstigend wirkenden Gedanken mit Gelassenheit nähern und sie ohne Bewertung des Inhaltes in passende Kategorien und dann Räume in Ihrer Gedankenwohnung einladen, dorthin bringen und ablegen.

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