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Assoziationen in Form von Denkprozessen: Entstehung und Auswirkungen

Assoziationen (Plural von Assoziation) sind natürliche Leistungen des Gehirns. In kreativen Prozessen kommt es zu Assoziationen zwischen Themen, Gegenständen und Personen, die normalerweise nichts gemeinsam haben.

Bei psychischen Störungen sind Assoziationen zu beobachten, die sich ungünstig auf den Menschen auswirken, der sie erlebt. Ein Mensch verbindet z. B. Befürchtungen mit einem in der Zukunft liegenden Ereignis. Obwohl es objektiv keinen Zusammenhang gibt. Es kann noch so viel gesichertes Wissen vorhanden sein – wenn ein Mensch eine Assoziation abgerufen hat,

In diesem Beitrag lernen Sie, Assoziationen wertfrei zu betrachten und den größten Nutzen aus ihnen zu ziehen.

Bei einer Assoziation kommt es dazu, dass Gedanken, Sinneseindrücke und Vorstellungen in Form kognitiver und psychosomatischer Prozesse miteinander verknüpft werden. Die Verbindung geschieht immer in der Wechselwirkung aus Kontextbedingungen sowie Emotionen und Bewertungen: Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt (U. Maturana). Denkprozesse sind eine Folge dieser Verknüpfungen.

Was bedeutet der Begriff Assoziation?

Assoziation ist das Substantiv zu assoziieren – es kommt von lateinisch associare, was sich verbinden, sich zusammenschließen bedeutet. In Verbindung mit der Psychologie bedeutet Assoziation „Gedanken und Bilder miteinander verbinden, hervorrufen. Adjektiv heißt assoziativ, das Gegenteil von Assoziation ist die Dissoziation.

Was passiert bei der Assoziation? Wo kann es zu einer Verknüpfung kommen?

Bei Assoziationen kann es zur Verbindung und Vereinigung theoretisch zwischen jedem Wort, jedem Gedanken und jeder Bedeutung kommen. Es spielt keine Rolle, welcher Herkunft die assoziierten Inhalte sind. Das macht die Kunst frei, den Witz lustig, das Musikstück zur Inspiration und die Assoziation zur Navigation in einem sonst allzu eindimensionalen Tag.

Dendriten im GehirnDendriten im Gehirn: Assoziation als Konzept

Wie entstehen Assoziationen?

Assoziationen entstehen im Gehirn durch die synaptische Verknüpfung oder Vereinigung von Vorstellungen, Ideen, Bedeutungsgebungen, Bewertungen und Informationen. Die synaptische Verbindung ist der mikroskopisch erfassbare Beweis für die Verbindung von Gehirnzellen.

Welche Arten von Assoziationen gibt es?

Bei den assoziativen Verbindungen können wir zwischen der unwillkürlichen und willkürlichen Verbindung unterscheiden.

Unwillkürliche Verbindung / Assoziation

Die unwillkürliche Assoziation kann sich z. B. in Form eines Geistesblitzes, eines Einfalls oder eines plötzlich auftretenden Gedankens zeigen. Es gibt aber auch bewusst geförderte Assoziationen.

Willkürliche, bewusste Assoziation

Bei kreativen und konstruktiven Arbeiten sucht der Künstler bzw. Architekt oder Ingenieur nach Verbindungen. Er assoziiert  

Lernen, Schreiben, Malen und Komponieren – alle kreativen und schöpferischen Prozesse enthalten gezielte Assoziationen. Auch in den Wissenschaften finden sich viele Assoziationen. Die Forscher suchen nach Verbindungen zwischen den Ursachen von Phänomenen.

Verbindung von Stilen in der Architektur … auch eine Art von Assoziation

Verbindung von Stilen in der Architektur … auch eine Art von Assoziation

Die Assoziation in der Psychologie

In der Psychologie kann die Assoziation zu den erwünschten oder zu den unerwünschten Phänomenen zählen.

Bei einer Angststörung assoziiert der Patient eine Gefahr z. B. mit einem Tier. Bei diesem Beispiel besteht eine ungünstige Verbindung zwischen einem Sinneseindruck (Sehen oder Hören des Tieres) und einer neuronalen Antwort (Erhöhung der Pulsfrequenz).

Bleiben wir bei diesem Beispiel und schicken den Menschen mit seiner ungünstigen Assoziation in die Beratung:

Bei der hypnosystemischen Auflösung einer Angststörung entwickelt der Klient eine bewusste, zusätzliche Assoziation zur bereits bestehenden Verbindung: „Das gerade auftretende Angstgefühl erinnert mich daran, dass nur die wenigsten Hunde gefährlich sind.“ 

Welche psychologischen Assoziationen sind besonders häufig?

Zu den Assoziationen im Bereich der Psychologie zählt vor allem die Bedeutung. Bedeutungen werden verliehen, sie sind einer Sache oder einem Phänomen nicht von sich heraus zu eigen.

Welche Auswirkungen haben Bedeutungen bei Assoziationen?

Hier geht es insbesondere um die unwillkürlich auftretenden Verbindungen in den Gedanken.

Wen sich ein Mensch dabei zu beobachten beginnt, dass er Idee hat, entwickelt er die Fähigkeit, sie zu kontrollieren, was ihm erhebliche Freiheiten verschafft.

Der bewusste Aufbau einer Metaperspektive dient dazu, eine hilfreiche Verknüpfung dort zu assoziieren, wo es bislang unerwünschte Auswirkungen einer Assoziation gab.

Mit anderen Worten: Sobald zu einer ungünstigen Assoziation eine günstige Verbindung abgerufen werden kann, wirkt alles anders.

Deshalb bezeichnet man diese Form des Assoziierens auch als Utilisation.

 

Kreative Assoziation

Kreative Assoziation – echtes Obst und Zitrus-Extrakt

Was hat die Assoziation mit Gedanken zu tun?

Jeder Gedanke ist für sich gesehen eine Assoziation. Das wird am Beispiel der Bedeutung deutlich: Eine Bedeutung kann nur durch die Verbindung von zwei Gedanken entstehen: Wenn … dann. Es sind meistens die Verbindungen von Wenn und Dann, die zu einer Bedeutung führen. Wenn ich so handle, dann wirkt mein Verhalten in dieser Weise.

Wie kann ich eine Assoziation verändern?

Die Veränderung der Assoziation entsteht immer über ihre Erweiterung. Niemand wird es schaffen, eine Assoziation durch Willensanstrengung zu unterbinden oder zu lösen

Warum nicht?

Weil durch die Konzentration auf eine Assoziation die Verbindung noch deutlich verstärkt (“Cells, that wire together, wire together“ – Hebb).

Es wird daher immer darum gehen, einen erweiterten Zusammenhang herzustellen, um eine andere Bedeutung und somit Auswirkung der Assoziation herzustellen.

Bedeutungen werden produziert, sie sind nicht von sich aus in der Welt

Jede Assoziation ist mit Bedeutungen verbunden.

Ob Sie Synonyme bilden und dadurch die Bedeutung eines Begriffes verdeutlichen – oder ob Sie die Vereinigung von unterschiedlichen Aspekten in einem Sachverhalt herstellen: Es entsteht Bedeutung durch Assoziation.

Wie können Sie eine Assoziation mit zusätzlichen Gedanken verändern?

Im Selbsthilfebuch Gedankenwohnung ist genau beschrieben, wie Sie vermeintlich feststehende Assoziationen in Veränderung bringen können. Dieser Artikel sollte Ihnen erste Eindrücke vom Phänomen der Assoziation vermitteln.

Vertrauen aufbauen – Assoziation verbindet

Vertrauen aufbauen – Assoziation verbindet

Literatur zu Assoziationen

Menschen erwerben Wissen und Fähigkeiten durch Assoziationslernen. Sie erwarten bestimmte Ereignisse bzw. setzen sie irgendwann ohne zu reflektieren als gegeben voraus. So funktioniert die Reizkopplung (Assoziationslernen) nach Ivan Petrovič Pavlov (1900).

 

Die Kapitel des Buches Gedankenwohnung.