Johannes Faupel, Autor von Gedankenwohnung, im Video

Was sind intrusive Gedanken? Wie kann man sie „entmachten“?
Intrusive Gedanken sind aufdringlich und belastend wirkende Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen und innere Bilder. In der psychiatrischen Diagnostik wird diese Art von Gedanken vor allem mit der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) in Verbindung gebracht.
Der Begriff Intrusive Gedanken kommt vor allem in der Behandlung von Traumata und PTBS vor. Ein intrusiver Gedanke (das Wort intrusiv stammt aus lat. intrudere für „eindringen“) kann beispielsweise mit einer Gewaltszene oder einem Erleben von Ohnmacht und Ausgeliefertsein zu tun haben, etwa im Zusammenhang mit Sexualität, Erniedrigung oder Infragestellung von Gefühlen. Eine Intrusion (intrusiver Gedanke) dreht sich voller Sorgen oft um Themen wie Gewalt, reale oder vermutete Bedrohungen, Obszönes, Verbotenes, um Aggressivität, Scham und Angst. Die von Intrusionen betroffenen Personen erleben oft ein Trauma erneut. Es bleibt also nicht beim Gedanken, sondern auch der Körper kann mit Reaktionen wie Schweißausbruch, Zittern und erhöhter Pulsfrequenz reagieren.
Sind intrusive Gedanken schreckliche Gedanken?
Nein, keineswegs. Intrusiv können auch solche Gedanken sein, die schlicht und einfach nerven. Zum Beispiel die wiederholt aufkommende Angst vor der Kündigung oder die Befürchtung, es könnte etwas Peinliches passieren. Intrusionen gibt es also in verschiedenen Ausprägungen. Und eines haben alle gemeinsam: Man wünscht sie sich weg, und das, ausgerechnet dieser Plan kann ein Problem entstehen lassen, wo zuerst noch kein Problem war, sondern nur ein Phänomen.
Müssen intrusive Gedanken bekämpft werden?
Nein, intrusive Gedanken müssen nicht bekämpft werden – und sie sollten nicht bekämpft werden. Sonst passiert genau das Gegenteil dessen, was jeder Mensch gerne hätte: ausgerechnet die aufdringlichen Gedanken werden noch stärker! Warum?
Denken Sie nicht an den rosaroten Elefanten im Baum.
Dieses Beispiel ist weithin bekannt für die Unmöglichkeit, etwas absichtlich NICHT zu denken. Wenn Gedanken sich aufdrängen, erschrecken oder nicht aufhören wollen, liegt das nicht am Inhalt – sondern an der Art, wie das Gehirn Ordnung herstellt. Wer versucht, diese Gedanken zu unterdrücken, verstärkt sie ungewollt. Das Selbsthilfebuch „Gedankenwohnung“ bietet eine klare, nicht-konfrontative Struktur, mit der aufdringliche Gedanken ihren Druck verlieren können – ohne Übungen, ohne Zwang, ohne Pathologisierung.
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Was heißt Trauma im Zusammenhang mit intrusiven Gedanken?
Trauma kann bei der Intrusion vieles heißen:
- Verlust
- Angriffe auf Leib und Leben
- Unfall
- andere Gefahrensituation
- fundamentale Enttäuschung
- Demütigungen
- Abwertungen
- Mobbing

Johannes Faupel, Systemischer Therapeut und Berater, SG, IGST, Autor von Gedankenwohnung
Woher weiß ich als Autor das?
Das Phänomen der intrusiven, nervenden Gedanken kenne ich aus jahrelanger Beratungspraxis und meinem Coaching für Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Ich bin von IGST und SG zertifiziert. Mein Wissen und meine Erfahrung habe ich im Selbsthilfebuch Gedankenwohnung konzentriert und gut lesbar – wie eine Geschichte – zusammengefasst.
Warum wirken intrusive Gedanken mächtig?
Intrusive Gedanken wirken mächtig, weil sie ohne Vorankündigung auftauchen. Diese Gedanken kommen so oder so. Sie entziehen sich der mentalen Kontrolle, bis der Mensch den Zusammenhang verstanden hat. Sie können Teil eines Flashbacks sein oder selbst als Trigger (Schlüsselreiz) für ein Flashback wirken.
Beispiel: Eine Person sieht einen See, assoziiert damit das Meer und erinnert sich an einen dramatischen Vorfall in ihrer Kindheit, als sie vom Ufer mit der Strömung weggezogen wurde. Hier kann sich eine Gedankenschleife entwickeln, die auch auf der körperlichen Ebene eine Reaktivierung der damaligen Ängste bewirkt: so, als wäre sie auch in der heutigen Situation akut bedroht – Jahrzehnte nach dem traumatischen Ereignis. Es kommt zu einer Reaktivierung des im Gehirn abgespeicherten Erlebnisnetzwerks – inklusive aller somatischen (körperlichen) Reaktionen.
Das natürliche Bestreben des Menschen ist es, Schmerz zu vermeiden. Aber durch den Versuch, übermächtige Gedanken zu vertreiben oder zu verhindern, erhalten diese Gedanken mehr Aufmerksamkeit.
Die kontraproduktive Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die Ablehnung der Gedanken kann auch zu einem Phänomen führen, das bei der Zwangsstörung oder bei Zwangserkrankungen zu beobachten ist. Ein Mensch erlebt sich als gestört, weil er nicht erfolgreich gegen einen Gedanken ankämpft. Die Hirnforschung zeigt, dass schon die Vorstellung von etwas Wirkungen hat – auch auf der Ebene der Psychosomatik.
Deshalb finden Patienten und auch die klinische Psychologie meistens keinen Weg, diese Art der Gedanken aus ihrem Leben zu entfernen.
Die Idee im Konzept der Gedankenwohnung ist es, alle Gedanken zu integrieren und bildhaft an Stellen abzulegen, wo sie problemlos existieren können.
Weitere Fragen und Antworten zu intrusiven Gedanken
Woher kommen intrusive Gedanken?
Intrusive Gedanken kommen in der Regel durch Stress, Trauma und psychische Krisen ins Bewusstsein.
Wodurch werden intrusive Gedanken ausgelöst?
Sind intrusive Gedanken die eigenen Gedanken?
Was sind intrusive Erinnerungen?
Intrusive Erinnerungen sind unerwünschte, aufdringliche Gedanken oder Bilder, die unerwartet in den Geist eindringen und oft mit belastenden Erfahrungen oder Traumata verbunden sind.
Warum verdrängt das Gehirn schlechte Erinnerungen?
Was sind typische Beispiele für intrusive Erinnerungen?
Beispiele für intrusive Erinnerungen sind Kriegstraumata, Unfallbilder, Gewaltübergriffe oder belastende Ereignisse, die ungewollt und wiederholt im Geist auftauchen. Aber auch Erinnerungen an peinliche Ereignisse, an schambesetzte Erlebnisse, die man um alles in der Welt vermeiden will, zählen dazu.
Wie nennt man falsche Erinnerungen?
Falsche Erinnerungen nennt man „Pseudoerinnerungen“ oder „fehlerhafte Gedächtnisinhalte.“
Sind Zwangsgedanken falsche Erinnerungen?
Nein, Zwangsgedanken sind keine falschen Erinnerungen. Zwangsgedanken sind unerwünschte, repetitive Gedanken oder Ideen, während falsche Erinnerungen irreführende Überzeugungen über vergangene Ereignisse sind.
Kann man Erinnerungen manipulieren?
Ja, Erinnerungen können durch suggestive Fragen, Einflussfaktoren und soziale Interaktionen beeinflusst oder manipuliert werden. Und – die gute Nachricht: Erinnerungen lassen sich auch positiv manipulieren. Wie das geht? Indem man (ich mache das im Coaching) einer unschönen Erinnerung ein Happy-end gibt. Das führt bei vielen innerhalb kurzer Zeit aus dem Gedankenkarussell.
Wie nennt man manipulierte Erinnerungen?
Manipulierte Erinnerungen werden oft als „verfälschte“ oder „suggestive Erinnerungen“ bezeichnet.
Warum bleiben negative Erinnerungen?
Zum Schutz vor ähnlichen Gefahren speichert das Gehirn negative Erinnerungen, um zukünftige Risiken besser zu erkennen und vermeiden zu können. Das Gehirn hat vor allem die Aufgabe, als neuronale Schaltzentrale das Leben und das Überleben zu sichern. Deshalb werden im Gehirn die Abwehr von Angst und Schmerz und das Erreichen von Erfüllung und Lebenslust verarbeitet. Wenn Gefahr zu drohen scheint (auch wenn sie erkennbar nicht existiert) und das Gehirn erst einmal einen Vorgang eskaliert hat, dann laufen die Sirenen. Wer hier versucht, mit Vernunft oder Anstrengung gegenzusteuern, scheitert. Weil die Alarmfunktionen des Gehirns Vorfahrt haben. Aus Sicherheitsgründen.
Wie entstehen Intrusionen?
Intrusionen entstehen durch wiederkehrende, unerwünschte Gedanken oder Bilder, oft infolge von belastenden Erfahrungen oder Traumata, und können durch Stress oder Auslöser verstärkt werden. Wie schon im letzten Abschnitt beschrieben, haben überlebensnotwendige Alarmfunktionen immer Vorfahrt. Erst durch die angemessene Zusammenarbeit mit dem Gehirn lassen sich Abläufe sanft und kraftvoll in gewünschter Weise verändern.
Das geht spielerisch und bildhaft recht gut. So die Erfahrung meiner Coachingklienten und der Leserschaft von Gedankenwohnung.
Was passiert im Gehirn bei einem Flashback?
Bei einem Flashback reaktiviert das Gehirn traumatische Erinnerungen. Die betroffene Person erlebt die Situation erneut. Dies aktiviert die Amygdala. Es führt zu Angst- und Stressreaktionen.
Sind Flashbacks Dissoziation?
Nein, Flashbacks sind intensive Assoziationen mit traumatischen Ereignissen, keine Dissoziationen.
Was sind typische Beispiele für Trigger?
Trigger können Geräusche, Gerüche, Orte, Bilder oder Gesprächsinhalte sein, die Erinnerungen an traumatische Erfahrungen auslösen. Trigger sind auch ohne Verbindung zu einem real erlebten Trauma denkbar. So kann es jemand buchstäblich auf die Palme bringen, wenn jemand anderes die Türe nicht richtig schließt oder seit langem in immer derselben Sache nachlässig und gedankenlos ist.
Wie äußern sich Trigger?
Trigger äußern sich durch starke emotionale Reaktionen oder Flashbacks, wenn sie an traumatische Ereignisse erinnern. Dies kann Angst, Panik oder Stress verursachen.
Was bedeutet intrusive thoughts?
„Intrusive Thoughts“ bedeutet auf Deutsch „aufdringliche Gedanken“ und bezieht sich auf unerwünschte, wiederkehrende Gedanken oder Bilder, die mit hohen Belastungen verbunden sind.
Welche Rolle spielt bei intrusiven Gedanken das Arbeitsgedächtnis?
Das Arbeitsgedächtnis hält intrusive Gedanken im Bewusstsein. Dies beeinflusst die Denkmuster eines Menschen.
Wie kann man Intrusionen verhindern?
Intrusionen können durch die Bewusstwerdung der Zusammenhänge verhindert werden. Wer die Wechselwirkungen und die Funktion von Intrusionen erkannt hat, wird seine Gedanken integrieren, statt sie zu bekämpfen.
Wie bekommt man belastende Gedanken aus dem Kopf?
Fragen |
Antworten |
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Für wen ist dieser Artikel hilfreich? |
Für Personen, die von aufdringlichen und belastenden Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen und inneren Bildern betroffen sind. |
Welche Probleme könnte man vor dem Lesen dieses Artikels haben? |
Personen könnten Schwierigkeiten haben, ihre aufdringlichen Gedanken zu verstehen und zu kontrollieren. |
Welche Erkenntnisse können Sie aus diesem Text gewinnen? |
Ein tieferes Verständnis für intrusive Gedanken und deren Ursprung. |
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Intrusive Gedanken und verwandte Themen
In diesem Abschnitt finden Sie unterstützende Informationen zu verwandten Themen und Links zu den entsprechenden Unterkapiteln.
Affektive Störungen
Affektive Störungen sind laut Definition (DSM V und ICD-10) psychische Störungsbilder, die durch emotionale Dysregulation gekennzeichnet sind.
Wie lassen sich affektive Störungen diagnostizieren, therapieren und positiv beeinflussen?
Für die Diagnostik affektiver Störungen stehen die klinischen Verzeichnisse wie DSM V und ICD-10 zur Verfügung. Sie werden je nach Ausprägung als Krankheitsbilder in der Psychiatrie, in der Klinischen Psychologie oder in der ambulanten Psychotherapie behandelt.
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
Die ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie) ist ein Therapiekonzept, das Achtsamkeit und Akzeptanz als zentrale Elemente zur Bewältigung psychischer Probleme verwendet
Welche Verbindungen gibt es zwischen ACT und Psychotherapie, Achtsamkeit und Verhaltenstherapie?
In der Akzeptanz- und Commitment-Therapie finden sich Elemente aus allen genannten Themapierichtungen. Es geht bei dieser Therapieform um das Therapieren mittels Akzeptieren und Engagieren.
Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT)
Die MBCT (Mindfulness-Based Cognitive Therapy) ist ein Therapieansatz, der Elemente der kognitiven Therapie und Achtsamkeitsübungen kombiniert. Psychotherapeuten praktizieren beim Therapieren die Achtsamkeit z. B. mit der Behandlung von Depression.
Angst – Kurzdefinition
Angst ist ein in unterschiedlichen Körperregionen wahrnehmbares Gefühl der Enge, der Besorgnis oder Furcht. Die Angst kann Menschen regelrecht überschwemmen, z. B. bei einer Panikattacke.
Welche Rolle spielt Angst in der Psychiatrie, in der klinischen Psychologie und der Verhaltenstherapie
In einigen Psychotherapieformen wird Angst so beschrieben, als würde sie oft ohne klaren Auslöser auftauschen. Menschen erleben sich der Angst als ausgeliefert, sie fürchten die Angst und wollen sie vermeiden.
Was ist die Angsthierarchie?
Im Rahmen der Verhaltenstherapie gibt es das Konzept der systematischen Auflistung angstauslösender Reize in aufsteigender Reihenfolge ihrer Intensität. Skalierungen sollen die von Angststörungen und Phobien betroffenen Personen dabei unterstützen, ihre Angst nach Intensität zu bewerten. Sie sollen sich dann im Rahmen eines Konfrontationstrainings den intensiven Gefühlen aussetzen.
„Dieses kleine Buch kann Menschen, die mit aufdringlichen Gedanken zu tun haben, eine rasche Erleichterung sein. Ich schätze die Einfachheit, mit der hier eine wesentliche Funktion des Gehirns nutzbar wird. Es geht um die Umfokussierung.“
Dr. med. Gudrun Birk, Somatic Experiencing® Traumatherapie Marburg 
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