Gedankenkarussell – Rumination erkennen und stoppen

zwangsgedanken gedankenkarussell

Zwangsgedanken als Gedankenkarussell

Was ist ein Gedankenkarussell?

Ein Gedankenkarussell ist ein als unangenehm beschriebener mentaler Zustand, in dem eine Person immer wieder dieselben intensiven Gedanken denkt, ohne zu einer Lösung zu kommen. Grübeln kann als Synonym für das Gedankenkarussell verstanden werden.

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Ist ein Gedankenkarussell Zeichen für eine Störung?

Ob man ein Gedankenkarussell als Indiz für eine Störung sieht, hängt von der Bewertung ab:

Wie wirkt die Bewertung des Gedankenkarussells aus pathologischer bzw. pathologisierender Sichtweise?

Pathogenetisch, also an der Entstehung von Störungen orientierte Psychiater und Ärzte finden im ICD im Verzeichnis F40-F48
Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen viele plausibel wirkende Gründe, warum andauerndes Grübeln (oder Rumination / Gedankenkreisen ein Zeichen für eine psychische Störung sein könnte. Das wirkt sich auf alle Beteiligten negativ aus: Klienten und Behandler.

Wie wirkt die Bewertung des Gedankenkarussells bei lösungsorientierter, salutogenetischer Sichtweise?

Ein Gedankenkarussell lässt sich aus Sicht der Salutogenese (das ist die Lehre von der Entstehung von Gesundheit nach Aaron Antonovsky) und mit lösungsorientierter Perspektive als intensiver Lösungsversuch definieren.

Eine Person versucht, durch gedankliches Drehen und Wenden eine Lösung für ein Problem zu finden. Lösungssuche ist grundsätzlich eine konstruktive und gesunde Idee.

Anstrengend und problematisch wird der Lösungsversuch des intensiven Nachdenkens (oder Grübelns) erst dann, wenn er mit Ängsten und Zweifeln in Verbindung kommt.

Im Konzept der Gedankenwohnung ist ein Gedankenkarussell wie ein Werkraum, in dem das Gehirn an einer Lösung arbeitet. Wer das Buch „Gedankenwohnung“ gelesen hat, kann sich planmäßig entspannen, wenn einmal ein Gedankenkarussell auftaucht.

Welche Gedanken sind für ein Gedankenkarussell typisch?

Typisch für ein Gedankenkarussell sind Gedanken, die sich um Lösungsversuche, Selbstvorwürfe oder Ängste drehen.

Als Beispiel kann eine kleine, erfundene Geschichte dienen. Hier auf Gedankenwohnung.de habe ich ein Gedankenkarussell aufgebaut:

Was mache ich, wenn es nicht gelingt?

Was mache ich, wenn es nicht gelingt?

Was ist, wenn es herauskommt?

Was ist, wenn es herauskommt?

Was werden die anderen denken?

Was werden die anderen denken?

Was ist, wenn ich es nicht schaffe?

Was ist, wenn ich es nicht schaffe?

Warum habe ich mich nur so entschieden?

Warum habe ich mich nur so entschieden?

Dies ist eine kleine Auswahl aus vielen möglichen Ausprägungen von Gedanken, die sich im Kreis drehen (Gedankenkarussell).

Woran erkennt man ein Gedankenkarussell?

Wenn Grübeleien und Katastrophisieren das Denken bestimmen, dann könnten Sie sich in einem Gedankenkarussell befinden.

Kennen Sie das, wenn sich alle Gedanken um ein Thema drehen und das Grübeln (Rumination von lat. ruminare = wiederkäuen) beginnt? Sie versuchen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren, aber es zieht Sie immer wieder zu dem lästigen Thema hin?

Wenn Sie sich die Hebbsche Regel (Donald Olding Hebb) ansehen, wissen Sie auch, warum.

Was ist die Hebbsche Regel – und wie hilft sie beim Verstehen von Zwangsgedanken und Gedankenkarussell?

Die Hebb’sche Regel besagt sinngemäß: What fires together, wires together. Es geht um die synaptische Plastizität des Gehirns.

Je häufiger ein Neuron A mit einem Neuron B gemeinsam aktiv ist, desto öfter und intensiver werden die beiden Neurone miteinander interagieren. Mit anderen Worten: Wenn ein „Kampf-Neuron“ ein „Problem-Neuron“ ausschalten will, so werden beide stärker. Oder:

Wenn Sie willentlich versuchen, einen Gedanken aus dem Gedankenkarussell nicht zu denken, verstärken Sie den Vorgang sogar noch.

Gedankenkarussell

Gedankenkarussell. Der Mensch zwischen Gedanken, die sich ständig wiederholen

Warum gibt es Gedankenkarusselle?

Warum fahren Menschen mit den Gedanken im Kreis?

Typische Auslöser dafür, dass Menschen im Kreis denken und nicht mehr aus der Denkschleife herausfinden:

  • Jemand sucht eine Lösung, findet sie aber nicht
  • Ein Ereignis aus der Vergangenheit soll geändert werden (was natürlich nicht geht)
  • Wir haben etwas Beeindruckendes erlebt. Positive oder negative Ereignisse können uns lange beschäftigen.

Typischerweise kreist das Denken dann um ein Thema, wenn etwas fehlt. Eine Lösung oder etwas anderes.

Wenn wir versuchen, nachträglich etwas zu ändern, laufen wir gedanklich im Kreis.

Ist das Gedankenkarussell Gedankenwirrwarr?

Nein, es geht bei Phänomenen wie dem Grübelzwang nicht um chaotische Gedanken.

Anstrengend ist die Denkspirale, weil sich die Gedanken immer wieder um dieselbe fehlende Antwort oder die noch nicht gefundene Lösung drehen.

Kann man das Gedankenkarussell ausschalten?

Einen Umschaltknopf im Kopf gibt es nicht.

Wenn Sie aus der Grübelschleife kommen wollen, braucht es andere Wege.

Welche Beschreibungen treffen auf das Gedankenkarussell zu?

Grübelgedanken werden als negativ, eigen, automatisch, aufdringlich, bestimmt, immer gleich, unliebsam, sorgenvoll, trüb, düster, hartnäckig, lästig, problematisch, schwer und emotional erlebt. Die Betroffenen beschreiben, dass die Gedanken:

  • kreisen
  • sich drehen
  • rasen
  • rotieren
  • sich wiederholen
  • vergiften

Wroum geht es beim Grübeln?

Beim Grübeln geht es um den Drang, wie der Mensch die kreisenden Gedanken beherrschen kann:

  • loslassen
  • unterdrücken
  • unterbrechen
  • auflösen
  • kontrollieren
  • abschalten,
  • verlieren,
  • verwandeln
  • stoppen
  • reduzieren
  • lenken
  • akzeptieren
  • sich ablenken

… das alles sind Lösungsversuche, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Nur funktionieren diese Ideen so nicht. Sie wirken kontraproduktiv.

Was hilft wirklich gegen das Gedankenkarussell?

Am einfachsten hilft es, die im Kreis laufenden Gedanken nach und nach in eigens eingerichteten Gedankenräumen unterzubringen.

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Johannes Faupel
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