Wie negative Gedanken entstehen – und wie Sie sie aus dem Gedankenkarussell aussteigen

Negative Gedanken loswerden. So geht es. Es dreht sich oft schon im Morgengrauen im Kopf: das Gedankenkarussell. Stress und Sorgen werden zu negativen Gedankenspiralen, beanspruchen alle Aufmerksamkeit. Sie grübeln und fragen sich: Wie bekomme ich den Kopf frei? Hier finden Sie die Anleitung, wie Sie regulieren können, was in Ihrem Kopf vorgeht. Und wie Sie Gelassenheit lernen.

Haben Sie schon mal versucht, einen Gedanken nicht zu denken?

Nehmen wir an, Sie haben einen Gedanken, den Sie nicht denken wollen.

Was passiert, wenn Sie diesen Gedanken bekämpfen wollen? Dann lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit genau auf das, was Sie eigentlich ausblenden wollten:

  • Wenn Sie zu sich sagen, ein Denkmuster dürfte nicht sein, bringen Sie damit das Gedankenkarussell richtig zum Laufen
  • Gedanken sind frei – jeder Versuch, sie einzusperren oder aus dem Kopf zu verbannen, macht sie nur noch intensiver.
  • Nach kurzer Zeit kommt ein ganzer Chor zusammen, der sich mit diesem unerwünschten Gedanken befasst und dessen Verschwinden fordert.
  • Und so kann sich das beliebig fortsetzen, bis man richtig ins Grübeln verstrickt ist, in einem Wettlauf und Wettkampf gegen die eigenen Gedanken steckt. So können übrigens sogenannte Zwangsgedanken entstehen: eine Illusion, die von vielen Therapeuten gestärkt wird
Gedanken loswerden, Gedanken vertreiben ist kein Ziel. Gedanken kann man nicht bekämpfen. Mit Gedanken kann man verhandeln.

Gegen Gedanken ankämpfen? Das macht sie nur noch stärker.

Auf andere Gedanken kommen

Das Internet ist voll von Fragestellungen wie „Wie kann ich besser mit dem umgehen, was mir durch den Kopf geht?“

Die Idee, Ergebnisse von Denkprozessen aus der Welt zu schaffen, lässt sich nicht umsetzen. Wenn Gedanken als etwas Unerwünschtes abgelehnt werden, so drängen sie sich mit aller Wucht auf. Selbstverständlich sind belastende Gedanken auf die Dauer nicht gesundheitsfördernd.

Belastendes Gedankengut bekämpfen?

Noch weniger gesund ist es, belastende Gedanken zu bekämpfen, sie aus der Welt schaffen zu wollen. In dem Moment, wenn sich die Aufmerksamkeit auf das Loswerden eines Gedanken richtet, steht der Gedanken, den man loswerden will, im Zentrum des gedanklichen Lichts. Was dann häufig folgt, ist die Selbstabwertung dafür, dass man angeblich zu schwach ist, seinen Gedanken loszuwerden. Dies wiederum kann die Ablehnung des Gedankens noch mehr steigern.

Die Gedanken nicht mehr wegwünschen, sondern ziehen lassen

Es ist genau umgekehrt als angenommen:

Je weniger Kraft und Energie Sie in die Idee stecken, das eigene Denken positiv zu beeinflussen, desto näher kommen Sie dem erwünschten Zustand:

Hinter der Idee, Angstauslösendes oder Alpträume zu löschen, steht in der Regel das Anliegen, anderen Gedanken Raum zu geben: Gedanken, die erwünscht sind. Also nicht „loswerden”, sondern günstiger plazieren. Dafür gibt es eine bewährte Technik, die im Buch „Gedankenwohnung” beschrieben ist. Hier ein Auszug:

Rumpelkammer für Gedanken einrichten

Ein Auszug aus dem Buch „Gedankenwohnung“:
(…) Hier sind die Gedanken, die ich früher immer abschaffen wollte, aber nicht loswerden konnte (…) die lästigen, die absurden und beängstigenden Gedanken, die scheinbar aus dem Nichts kamen und mir viel Ärger machten. „Wie kannst du nur so etwas denken!“ dachte ich früher, doch genau damit zementierte ich mir einen solchen Gedanken in Gedanken innerlich fest. Je mehr ich versuchte, unerwünschte Gedanken mit der Kraft anderer Gedanken zu vertreiben, desto mehr fühlten sich die unerwünschten Gedanken bei mir wie zu Hause. (…)

Sie konnten sich nicht gegen Ihre Gedanken durchsetzen?

Das ist ein natürlicher und gesunder Vorgang. Wer mit seinen Gedanken arbeitet statt gegen sie, gewinnt Lebensqualität. Im Buch „Gedankenwohnung” erhältlich als Druckversion und als E-Book ist ein einfach umsetzbarer Ansatz beschrieben, Gedanken zu ordnen, zu sortieren und gelassen mit ihnen umzugehen.

Mit Gedanken souverän umgehen. Es ist einfach, wenn Sie wissen, wie es geht

Stellen Sie sich vor, Sie würden dem Gedanken, den Sie eben noch verjagen oder vertreiben wollten, einen Platz in Ihrem Kopf anbieten.

Ja, anbieten.

Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass dieser Platz an einer bestimmten Stelle in Ihrem Kopf sein müsste.

Es geht nur um einen leicht veränderten Umgang mit der Art, wie Sie Ihre Gedanken bewerten, benennen und damit erleben.

Sie wissen nicht, wie das gehen soll?

Nun, hierzu braucht es ein Bild, eine bildhafte Übersetzung, damit Sie es nachvollziehen können.

Den Kopf schnell freibekommen und auf andere Gedanken kommen

Die Idee ist nicht, Gedanken zu löschen oder zu vertreiben.

Stellen Sie sich eher dieses Bild vor:

Zu viele Gedanken auf einmal – Gedanken loswerden wollen

Zu viele Gedanken auf einmal – für viele ein Anlass, Gedanken loswerden zu wollen

Gedanken drängen sich um Sie wie eine lärmende Schar von Kindern. Jedes Kind (jeder Gedanke) möchte zuerst drankommen, beachtet werden. Anstrengend. Denn: welche Gedanke sollte „Vorfahrt“ bekommen?

Und was ist mit solchen Gedanken, die am lautesten lärmen und „HIER!” rufen?

Mit Dompteur-Methoden oder dem Würgegriff, der mit der Formulierung „Gedanken in den Griff bekommen“ verbunden ist, kommen Sie nicht weiter. Gedanken, denen die Existenz verboten werden soll, werden dadurch nur noch viel stärker. Auch das Ablenken funktioniert nur bedingt.

Stellen Sie sich einfach noch einmal als Vergleich die Kinderschar vor. Wie erfolgreich wären Sie wohl bei dem Versuch, die um Aufmerksamkeit ringenden Kinder abzulenken, indem Sie diesen z. B. vorschlagen, eine Runde Ball spielen zu gehen oder – jetzt übertragen auf Ihre Gedanken: die Steuererklärung zu machen?

Es steht ein anderes Anliegen vorne auf der Skala der Wichtigkeit. Deshalb funktioniert der Umgang mit allen möglichen und unmöglichen Gedanken dann am besten, wenn sie den Raum bekommen, den sie verdienen.

Mit Raum ist nicht die Ausbreitung im Moment gemeint, sondern tatsächlich der zeitliche und sachliche Kontext, in dem Gedanken sinnvoll und nützlich sein können. Das hat auch etwas mit unserem räumlichen Vorstellungsvermögen zu tun.

Der Mensch visualisiert in räumlichen Dimensionen: daher Gedankenwohnung

Schließen Sie für einen Moment die Augen und stellen Sie sich etwas vor:

  • Irgendetwas zwischen Nordseeurlaub und Supermarkt.
  • Oder etwas ganz anderes.
  • Lassen Sie sich einen Moment Zeit – und dann lesen Sie hier weiter:

Was auch immer Sie sich vorgestellt haben bzw. vorstellen, es wird mit mindestens einem Bild verbunden sein: einer Erinnerung, einer Wunschvorstellung, wie etwas werden könnte, oder auch einer Befürchtung, einem erwarteten Ärgernis. Mit allen Vorstellungen von Gegebenheiten und Zuständen sind räumliche Komponenten verbunden, an die sich Personen und Interaktionen anschließen können.

Etwas ereignet sich entweder in Verbindung mit Personen oder auch Gegenständen oder in Abwesenheit von Personen und Gegenständen – immer aber in der Gegenwart eines Raumes, im Bezug zu Grenzen, zu Nähe und Distanz.

Die Vorstellung von einem Raum kann ein Gefühl von Enge verursachen, von Geborgenheit, von Verlorensein und von Freiheit. Tatsächlich reicht die Vorstellung von einem Raum. Es braucht den Raum noch nicht einmal in der Realität. Dies ist das Prinzip, nach dem das Konzept der Gedankenwohnung funktioniert.

Geben Sie Ihren Gedanken einen Platz – damit gewinnen Sie innerlich Raum

Sie können Millionen von Gedanken und Geistesblitzen haben, ohne dass auch nur ein einziger zu stören braucht. Die Voraussetzung ist lediglich, dass Sie sich mit den Gedanken arrangieren, sie an (gedachte) Plätze führen, an denen sie sich aufhalten können.

Wenn Sie in einem Kinosaal oder einem Theater ein Platzanweiser zu Ihrem Sitzplatz bringt, dann wissen Sie: hier bin ich richtig, hier in dem großen Saal. Hier verbringe ich etwas Zeit, bis das Licht wieder angeht. Genauso können Sie mit Ihren Gedanken verfahren.

Während nun Sie und viele andere Personen auf Ihren Plätzen sitzen, kann die Vorstellung stattfinden. Alle können ihre Aufmerksamkeit auf das Stück richten. Ungefähr so läuft es auch mit unserer Alltagsaufmerksamkeit. Das Stück, das gerade gespielt wird, ist womöglich ein Gespräch mit einem Freund, eine Präsentation beim Kunden oder das Lesen eines Buches.

Hier geht es weiter – hier geht es zum Konzept für Ihre Gedankenwohnung – das Buch als E-Book.

Positives Denken lernen – negative Gedanken annehmen und ihnen einen Platz geben

Positives Denken lernen – negative Gedanken richtig einsortieren