Was ist Konnotation

Was ist Konnotation?

Mit dem Begriff Konnotation (zu konnotieren, wörtlich aus dem Lateinischen: „gemeinsame Anmerkung“) beschreibt die Sprachwissenschaft die Nebenbedeutungen von Begriffen; in der Welt der Logik steht Konnotation für den Begriffsinhalt. Das Wort ist mehrdeutig und beschreibt die referenzielle (kontextbezogene) Mehrdeutigkeit von Sprache. Auf einen Nenner gebracht: Konnotation ist Bedeutungsgebung. Der eine Mensch verbindet (konnotiert) z. B. mit einem Wort oder Bild etwas Positives, der andere etwas Negatives. Das ist erst der Anfang einer erstaunlichen Erkundung, die hier beginnt. Holen Sie sich ein Glas Wasser, setzen Sie sich, nehmen Sie sich Zeit.

Statt einer komplizierten Definition wähle ich praktische Beispiele.

Das Wort Gedanken kann ich mit der Zusatzbedeutung Sorgen aufladen. Dann wirkt es eher negativ.
Ich kann Gedanken auch in einem kreativen Sinn bedeuten. Dann wirkt das Wort positiv.

Das ist Konnotation im Sinne der Nebenbedeutung.

Wir können uns also darauf verständigen, dass Sprache erst durch den Kontext Klarheit entwickelt. Klarheit, die Sprache zu einem Verständigungsmittel macht.

Unbewusstes Konnotieren

Den ganzen Tag über konnotieren wir unbewusst Bilder, Gerüche, Geräusche und andere Sinneseindrücke mit bestimmten Entsprechungen. Ein Hund kann im konkreten Fall als Gefahr (z. B. nach der Erfahrung eines Bisses) eingeordnet werden und im anderen Fall als Freund fürs Leben. Am Tier ändert das nichts, wenn ich mir nur ein Foto ansehe.

Politische Propaganda ist so ausgelegt, dass sie bei möglichst vielen Menschen im Volk Konnotationen hervorruft, die z. B. eine Minderheit als negativ erscheinen lässt.

Das Vorurteil ist eine häufig vorkommende Art von unbewusster bzw. halbbewusster Konnotation.

Bewusstes Konnotieren

Bewusstes Konnotieren ist ein aktiver Vorgang. Er findet vor allem beim gezielten Lernen statt. Die Eselsbrücke ist eine gut geeignete Beschreibung von Konnotationen im Sinne von Bedeutungsgebung. Je absurder und einfacher die Eselsbrücke, desto wirksamer ist sie. Weil das Gehirn jede Form von Assoziation aus ökonomischem Grund (sinnvolles Nutzen von Ressourcen) nutzt.

Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie Ihre Konzentration steigern wollen und hierzu eine Anleitung suchen.

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Die bewusste Konnotation finden wir beispielsweise in folgenden Situationen:

Aufbau einer Metaperspektive

Ich entscheide mich, meine Situation aus einer Distanz zu betrachten. Ich konnotiere damit meine Rolle als Erlebender mit der Rolle des Beobachters.

Meditation

Durch Meditieren konnotiert der Mensch die bewegte Welt im Außen  mit einer Perspektive des Geschehenlassens

Aufmerksamkeit

Worauf richtet sich der Aufmerksamkeitsfokus? Das ist entscheidend, weil alles, was im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, mit anderem vernetzt werden kann – ob das sinnvoll ist oder nicht.

Semantisches Konnotieren

Bei der semantischen Konnotation stehen unterschiedliche Begriffe in einem Sinnzusammenhang.

Sinn kann durch Konnotation gegeben (inhärent) sein bzw. entstehen, Sinn kann aber auch nicht gegeben sein bzw. verloren gehen

  • Eine von Sinn erfüllte oder sinnstiftende Verbindung in der konnotatorischen Kontextualisierung ist z. B. eine technische Erfindung zur Lösung eines Problems. Statt das Problem zu beklagen, wird ein Zustand hergestellt, der eine Alternative zum Problem darstellt, also das Problem löst.
  • Eine Verbindung ohne Sinnhaftigkeit ist z. B. die Abwertung eines Phänomens, das für sich gesehen kein Problem darstellt. In diesem Fall wird ein Problem produziert.

Eine Entität kann eine semantische Konnotation sein.

Behaviorales Konnotieren

Unter behavioralem Konnotieren (Faupel 2021) kann alles zusammengefasst werden, was einen Sinnesreiz mit einer Verhaltensweise oder Reaktion in Verbindung bringt, die nicht im Bereich der Reflexe liegt. Es geht hier um eine erworbene bzw. erlernte Verbindung.

Das behaviorale, bewusste Konnotieren kann dabei helfen, negative Gedanken in positive umzuwandeln.Wir

Angewandte Konnotation

So können Sie das Phänomen der Konnotation bewusst zu Ihrem Vorteil einsetzen.

Beispiele:

Neubewertung einer bislang als problematisch wirkenden Situation (Refraiming)

  • Bisherige Konnotation: „Dies ist ein Problem. Ich kann es nicht lösen.“
  • Neue Konnotation: „Dies ist ein Phänomen. Ich verändere nicht das Phänomen selbst, sondern meinen Bezug dazu.“
  • Aufbau einer Helikopterperspektive bzw. Metaperspektive.

Re-Kontextualisierung durch Visualisierung

Für viele Vorgänge im Alltag fehlen hilfreiche Bilder. So kommt es zum Beispiel zur Entstehung von Ängsten, weil unbewusste Verbindungen (Konnotationen) mit einem Phänomen (z. B. nahender Termin oder Begegnung) zu einem negativen inneren Bild (z. B. Sanktionierung, Strafe) bestehen.

Durch die Visualisierung von befürchteten Szenarien können diese in einen neuen Kontext gebracht werden.

Das funktioniert besonders gut, wenn wir Gedanken ziehen lassen. Auch dies lässt sich lernen. Für Menschen mit der Dianose ADHS ist dies eine ermutigende Perspektive.

Konnotation in neuem Kontext

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„Herrlich, Ihre Ausführungen zur Gedankenwohnung. Passt ausgezeichnet zu ADHS, für den Überblick, aber auf eine greifbare Art, in der man sich zurechtfinden kann.“ Dr. med. Heiner Lachenmeier, Autor von „Mit ADHS erfolgreich im Beruf: So wandeln Sie vermeintliche Schwächen in Stärken um“

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Johannes Faupel
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