Bisher unbekannte ADHS-Selbsthilfe – auch für Eltern

ADHS (Abk. für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) ist als psychische Störung definiert. Bei ADHS treten Hyperaktivität, Impulsivität und weitere Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit Konzentrationsdefiziten auf.

Kinder oder Erwachsene, die zappelig, unorganisiert, chaotisch und unkontrollierbar impulsiv sind oder die ständig tagträumen, werden mit dem Zappelphilipp-Syndrom (anderer Begriff für ADHS / Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) in Verbindung gebracht.

  • Hier finden Sie neue Informationen zur ADHS.
  • Nutzen Sie als Eltern und als Familie diesen Text. Wie eine schriftliche Beratung, die sich außerhalb von Fachgesellschaften und ohne Beteiligung der Nervenheilkunde bewegt. Oder wie eine Navigation für den Alltag.
  • Es geht darum, das Phänomen der geteilten und zerstreuten Aufmerksamkeit aus der Nachbarschaft der Krankheiten zu holen und in einen neuen Kontext zu setzen.

Die Entwicklung des Kindes ist im Einzelfall im Rahmen einer Erforschung zu begünstigen. Das hilft auch für Jugendliche mit ADHS.

ADHS Ordnung Raster

ADHS – eine Ordnung über ein Raster herstellen

Dieser Text richtet sich an Erwachsene und Eltern, die mit der Diagnosestellung ADHS zu tun haben

Die Aufmerksamkeits-Defizitstörung beeinträchtigt die Lebensqualität der betroffenen Menschen und ihres Umfeldes massiv.

Kein Wunder bei den Symptomen, die Kinder und Jugendliche mit ADHS zeigen.

Deshalb ist die Behandlung von ADHS ein wichtiges Thema. Noch wichtiger als die Behandlung durch andere ist der Umgang der betroffenen Personen mit sich selbst.

Kinder und Jugendliche können lernen, entweder parallel zu einer Behandlung oder auch durch Selbsthilfe einen Weg aus dem Dilemma der Konzentrationsschwierigkeiten zu finden.

Keine Konzentration möglich zu viele Gedanken

Kaum Konzentration möglich, da zu viele Gedanken auf einmal

Das finden Sie in diesem Artikel über Selbsthilfe bei ADHS

Dieser Artikel zeigt einen bisher unbekannten Ansatz für den konstruktiven Umgang mit ADHS im Alltag und Selbsthilfe. Er ist für Menschen mit der Diagnose ADHS entwickelt – unabhängig vom Alter und der Diagnostik – und auch nicht mit der Idee von Psychotherapie und Störungen. Sie finden hier:

  1. Einen Überblick über die bisherigen Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten im Rahmen der ADHS-Behandlung
  2. Einen neuen Ansatz zum Umgang mit ADHS bei Kindern, Jugendlichen und adulten Personen Dieser Ansatz ist neu, und er bringt weltweit der Behandlung von ADHS neue Möglichkeiten.

ADHS-Symptome: Welche Auffälligkeiten treten bei ADHS auf?

Häufige ADHS-Symptome bei Kindern und Jugendlichen, die zu Störungen erklärt werden, sind:

Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten, sich auf Aufgaben oder das Spiel zu konzentrieren

Was liegt hinter den Schwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit der Konzentration? Die Auswahl an Themen ist viel zu groß. Kinder und Jugendliche haben bisher keine Techniken gelernt, mit einer Vielzahl von Aufgaben und Spielmöglichkeiten umzugehen.

Im Kindergarten und in der Schule berichten Erzieher von der vermeintlichen Unfähigkeit, auf Details zu achten

Wer genauer hinsieht, stellt das Gegenteil fest. Kinder mit der Diagnose ADHS ADHS sind geradezu versessen darauf, sich mit Details zu beschäftigen. Allerdings würden sie am liebsten alle Details gleichzeitig betrachten und beachten.

Da dies nicht funktionieren kann, diffundiert die Aufmerksamkeit. Wenn alles gleichzeitig wichtig ist, dann ist nichts wichtig.

Kinder mit der Diagnose ADHS verlieren für die Schule wichtige Gegenstände

Kinder mit ADHS sind bekannt für das Verlieren von Gegenständen, die für Aufgaben in der Schule und zu Hause benötigt werden. Dies sieht zunächst wie ein Vorurteil aus. Wir können es aber auch als Zeichen dafür setzen, dass die Schule zu einem bestimmten Augenblick nicht die Bedeutung bekommt, die sie haben muss.

ADHS-Kinder sind leicht ablenkbar. Aber ist das eine Störung?

Eltern des Kindes sowie die Lehrerinnen und Lehrer berichten von leichter Ablenkbarkeit. ADHS wird dadurch auffällig, dass die Aufmerksamkeit des Kindes im einen Moment hier, im nächsten Moment ganz woanders ist.

Durch die Störungsbrille betrachtet, ist die Ablenkbarkeit von Kindern ein Defizit.

Durch die Ressourcenbrille sieht die mentale Hyperaktivität wieder anders aus: Die ADHS-Kinder haben ständig einen inneren Radar nach interessanten Themen laufen. Das kann im Alltag von Schule und Kindergarten Probleme verursachen.

Übermäßiges Reden und ein großes Mitteilungsbedürfnis brauchen keine Medikamente

Kinder, die viel reden, haben ein großes Mitteilungsbedürfnis. In ihrem Inneren spielt sich mehr ab, als Platz hat. Deshalb muss es ausgesprochen werden. Die Ideen, die Einfälle und Impulse brauchen ihren Platz in dieser Welt. Dies ist auch schon ein Hinweis auf die alternative Methode zum Umgang mit ADHS.

Bewusstsein Unterbewusstsein Illustration

Bewusstsein und Unterbewusstsein – der blaue Teil steht für die vielen Pflichten, die uns ständig begleiten – und an der Konzentration hindern können.

Häufiges Unterbrechen anderer bei ADHS

In der Wahrnehmung eines Kindes mit der Diagnose ADHS gibt es bei Gesprächen mit anderen Kindern keine Vorfahrtsregeln. Die Eltern und Erzieher können noch so sehr versuchen, mit Maßnahmen beim Kind für Disziplin zu sorgen: Der natürliche Impuls zum Reden lässt sich nicht unterdrücken. Versucht man es mit Medikamenten, verstummen die Kinder äußerlich. Im Inneren macht sich Trauer breit.

Übermäßige Aktivität

Hyperaktivität deutet auf eine enorme Energie und auf Tatendrang hin. Ein hohes Energielevel an sich kann nicht unter die Klassifizierung der Symptome gestellt werden. Symptome deuten auf eine Störung hin – Aktivität ist grundsätzlich zu begrüßen. Hyperaktivität ist ein wertvoller Hinweis auf eine hohe innere Spannung, die sich abbauen will.

Projekte bleiben halbfertig

Für einen Menschen mit der Diagnose ADHS ist es naturgemäß schwierig, ein Projekt abzuschließen: weil dadurch der Beginn anderer Projekte in Frage steht. Deshalb springt das Kind von einer zur nächsten Beschäftigung. Eltern sollten darauf achten, ihr Kind achtungsvoll darauf hinzuweisen und dazu anzuleiten, nach einer Projektüause wieder zum angefangenen Projekt zu kommen und es abzuschließen.

Betroffene berichten von Schwierigkeiten, eine einmal begonnene Aktivität zu beenden

Speziell erwachsene Personen berichten von einem Gefühl des Getriebenseins. Sie wollen die Dinge und Abläufe unbedingt durchdringen – auch weil sie immer wieder den Vorwurf der Oberflächlichkeit zu hören bekommen. Hier laufen sie dann in eine Double-Bind-Situation. Sie sollen einerseits zu einem guten Ergebnis kommen, andererseits aber auch nicht zu lange an einem Projekt arbeiten. Double-Bind heißt: Wie ich es mache, ist es falsch.

Reizbarkeit und Ungeduld sind die Regel

Wenn ein Mensch keine Ressourcen zur Verfügung hat, seine inneren Abläufe zu strukturieren, dann ist alles gleichermaßen wichtig. Alles drängt sich im Arbeitsgedächtnis bzw. im Aufmerksamkeitszentrum auf engem Raum zusammen. Kein Projekt, keine Idee, kein Gedanke hat eine Chance, gewürdigt und richtig eingeorndet zu werden.

Wer mental ständig auf der Flucht ist, kann sich kaum in Geduld üben.

Unaufmerksamkeit

Schon im Rahmen der täglichen Aufgaben fällt auf: Es fällt der von ADHS betroffenen Person sichtbar schwer, bis zum Ende zuzuhören, wenn sie angesprochen wird.

Diagnosestellung mit Folgen

Welche Theorien finden sich bei der Diagnosestellung von ADHS?

  • Hirnstoffwechselstörung
  • Konzentrationsdefizite
  • Ungleichgewicht bei den Gehirnbotenstoffen
  • Begleitstörungen
  • Gestörte Konfliktlösefähigkeit

In der Summe können die Beschreibungen auf der Symptomebene irgendwann zur Sonderbeschulung führen.

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Bisherige Behandlungsmöglichkeiten und Therapie bei ADHS

So schwierig der Umgang mit den Symptomen der ADHS auch sein kann – es gibt einige Behandlungsmöglichkeiten und Therapien. Mit genügend Schulung, Unterstützung und ressourcenorientierter Therapie können Menschen mit ADHS ein besseres Leben führen. Doch häufig sind die Symptome von ADHS sehr heftig.

Wie sieht die ADHS-Behandlung bis heute aus?

Ein Überblick über die bisherigen Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten im Rahmen der ADHS-Behandlung:

  • Für ADHS gibt es Therapien wie Psychotherapie und Verhaltenstherapie
  • Eltern erhalten Beratung in Erziehungsberatungsstellen
  • ADHS-Kinder sollen durch Medikamente wie Ritalin profitieren
  • Elterntraining
  • Hilfe für die Familie
  • Unterstützung durch Erziehungsberatungsstellen
  • Verschiedene Therapiebausteine, zu denen Psychotherapie zählen kann
  • In besonders schweren Fällen von auffälligem Verhalten kann auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie in die ADHS-Behandlung einbezogen werden

Medikamentöse ADHS-Behandlung

Menschen mit ADHS werden in der Regel stimulierende Medikamente verschrieben, um ihre Symptome zu behandeln. Die Idee dieser Interventionen ist, dass sich die betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Schule besser konzentrieren können.

Die Theorie hinter der Diagnose ADHS lautet: Ein Aufmerksamkeitsdefizit hindert die von dieser Störung betroffenen Menschen daran, sich zu konzentrieren oder ihr Verhalten zu kontrollieren.

Medikamente, die z. B. Methylphenidat enthalten, können zwar mäßig wirksam bei der Behandlung von ADHS-Symptomen sein, aber sie sind oft mit einer langen Liste von Nebenwirkungen verbunden.

Alternative ADHS-Behandlung

In den letzten Jahren haben Studien gezeigt, dass alternative Behandlungen für ADHS genauso wirksam sein können wie die traditionelle Methode – aber eben ohne das hohe Risiko schädlicher Nebenwirkungen.

  • Zu diesen Behandlungen gehören Ernährungsumstellungen, kognitives Training und andere mentale Übungen, die helfen sollen, den Fokus und die Konzentration zu verbessern.
  • Eine sehr wirksame ADHS-Behandlung ist das Achtsamkeitstraining. Achtsamkeit lässt sich am besten so beschreiben, dass Sie sich Ihrer Handlungen und Ihrer Umgebung bewusst sind, ohne dass Ihre Gedanken die Erfahrung beeinträchtigen.
  • Die Idee ist, sich bei alltäglichen Aufgaben auf das zu konzentrieren, was Sie gerade tun, und Achtsamkeit zu praktizieren, indem Sie Ablenkungen ausschalten und sich voll und ganz auf die Aufgabe konzentrieren, die Sie zu bewältigen versuchen.
  • Zu diesen Aufgaben können Dinge gehören wie die Konzentration auf das Essen, das Sie essen, anstatt fernzusehen, oder die Aufmerksamkeit auf Ihre Umgebung und Ihr Umfeld beim Spazierengehen.
  • Wenn Sie sich in Achtsamkeit üben, können Sie sich Ihrer Gedanken und deren Auswirkungen auf Ihren Alltag besser bewusst werden. Sie können sich sogar in Achtsamkeit üben, indem Sie jeden Morgen meditieren: Setzen Sie sich an einen ruhigen Ort und machen Sie Ihren Kopf so weit wie möglich frei, bevor Sie sich auf all die anstehenden Aufgaben konzentrieren, die Sie an diesem Tag zu erledigen haben.

Was findet sich in der Selbsthilfeliteratur?

In der Selbsthilfeliteratur zu ADHS finden sich vor allem Titel, die in ADHS eine Störung sehen, die nur mit einer Behandlung im Sinne von Therapie zu bewältigen wäre.

Diese Haltung jedoch stabilisiert eher die Grundproblematik von AHDS. Es wird versucht, mit Medikamenten oder Therapie gegen eine Störung, eine Erkrankung vorzugehen.

Wo liegen die Grundkonflikte bei ADHS?

  • Niemand kann Kindern ernsthaft einreden, dass sie ihre Impulsivität unterdrücken könnten. Das wird nicht funktionieren – nicht im Schul- und nicht im Privatkontext.
  • Der Einsatz von Psychotherapie setzt voraus, dass eine psychische Störung vorliegt. Die Diagnose ADHS hat für Kinder und Jugendliche eine massive Implikation: Mit mir scheint etwas nicht zu stimmen. Warum muss ich in die Psychiatrie? Warum soll ich mit Medikamenten behandelt werden? Ich will mich doch nur bewegen und bin so vielseitig interessiert!
  • Die Behandlung von ADHS geht am Grundproblem vorbei. Kinder haben noch keine Systematik erlernt, mit ihrer Impulsivität, ihren Gedanken und Ideen umzugehen
  • Oft wird die Diagnose ADHS als Erleichterung erlebt: Besonders erwachsene Personen berichten: Dank der Diagnose weiß ich endlich, warum ich diese Symptome habe. Jetzt kann ich mir Hilfe holen. Aber: Diese Hilfe soll von außen kommen.
  • Bei Eltern, Kindern und Jugendlichen entsteht die Erwartung, dass ihre ADHS-Symptome entfernt werden müssten. Sie denken, dass ihr Verhalten wegen einer Erkrankung bestünde.
  • Medikamente sollen bei ADHS das Problem lösen – oder Menschen in einer Beratung oder Therapeuten in der Verhaltenstherapie.

Warum sind an Defiziten orientierte Ansichten und Maßnahmen problemstabilisierend, statt eine ADHS-Therapie zu fördern?

Das Problem an der Diagnose ADHS ist die Diagnose ADHS. Kinder zeigen Symptome, die tatsächlich auf Ressourcen hinweisen.

Altes Auto

Alte ADHS-Behandlungsmodelle liefern alte und neue Probleme

Phänomene sind keine Symptome

Ein gesundes Kind ist voller Tatendrang und Impulsivität. Das ist ein natürliches Phänomen.

Kinder wollen die Welt aufsaugen und mit allen Sinnen erfahren. Ebenso ein Zeichen für Gesundheit.

Aus Sicht des Kindes also ist es (hier unterscheidet es sich von den Erwachsenen) richtig und gut, sich den Affekten und Effekten hinzugeben.

Das Kind hat also „Besseres zu tun“, als z. B. Schulaufgaben zu erledigen.

Deshalb ist es aus Sicht des Gehirns des Kindes besser, anderen Themen Vorfahrt zu geben.

So entsteht Hyperaktivität.

Das Kind soll seine Aktivität willentlich herunterfahren. Die moderne Gehirnforschung weiß, dass dieser Versuch der Behandlung erst zu den für ADHS bekannten Symptomen führt. Hyperaktivität können Sie sich so vorstellen: Im Inneren köcheln viele heiße Interessen, der Kopf läuft schier über vor Ideen und Möglichkeiten. Nun wird versucht, im Rahmen einer Therapie ein Deckel auf die Impulsivität zu legen.

Warum Probleme aus dem Kindergarten in der Schule weitergehen

Ein Kind, das den Erwachsenen schon im Kindergarten als zappelig aufgefallen ist, setzt dieses Verhalten aus dem Kindergarten in der Schule fort.

Warum?

Weil es offensichtlich in der Natur des Kindes liegt, mit der Aufmerksamkeit gleichzeitig überall zu sein: bei anderen Kindern, bei den Tadeln der Eltern, bei der Familie, beim eigenen Verhalten, bei der Sehnsucht nach Erfolg. Medikamente heöfen nicht dagegen.

Medikamente zur Therapie von ADHS: Sie unterdrücken viel von der Natur von Kindern und Jugendlichen

Medikamente zu verabreichen, das zählt aus Sicht vieler Menschen zur Ultima ratio bei Kindern, die sich schlecht konzentrieren können. Und so gehen die Probleme aus dem Kindergarten in der Schule weiter. Eltern und Lehrer sind ratlos.

Welches Selbstwertgefühl hat ein Kind, das erst dann als normal akzeptiert wird, wenn es Medikamente zu sich nimmt?

Und was heißt überhaupt normal?

Welche Maßnahmen helfen wirklich bei der Aufmerksamkeitsstörung?

Sobald wir Störungen wertfrei zu Besonderheiten erklären, nehmen wir ihnen die negative Psychosomatik. Es geht darum, mehr Gesundheit dort festzustellen, wo bislang überwiegend von Störungen die Rede war.

Das Verhalten eines Kindes zeigt das Innenleben. Es lohnt sich, das Kind zu fragen, was in ihm vorgeht. Statt Probleme in den Vordergrund zu stellen und ein Therapieverfahren zu empfehlen, geht es um die Information über das, was im Gehirn wirklich abläuft.

Statt mit Therapien gegen Störungen im Verhalten vorzugehen, ist es besser, das Verhalten wertfrei zu beschreiben.

Eine Beratung sollte darauf abzielen, den von der Diagnosestellung ADHS betroffenen Kindern und Jugendlichen echte Handlungsoptionen zu geben.

Zur Diagnostik sollte vor allem die Erforschung der Stärken und Ressourcen eines Kindes zählen.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen: Was können Eltern für ihre Kinder tun?

Wie können Eltern ihrem Kind mit ADHS im Alltag helfen?

Eltern können ihrem Kind signalisieren, dass es nicht nur Therapien gibt, sondern eben auch einen gesunden Umgang mit natürlichen Vorgängen.

Mütter und Väter können sich einen einfachen Umstand vor Augen führen. Denken Sie vor einem Gespräch mit Ihrem Kind und dessen Aufmerksamkeit und Konzentration an die natürlichen Grenzen des Gehirns.

Achtung: Das Gehirn kann kein Multitasking

Ob Sie beim Autofahren Radio hören, Ihren Freunden twittern, während Sie fernsehen, oder bei der Arbeit Papierkram erledigen, während Sie sich mit einem anderen Kollegen unterhalten:

Multitasking scheint uns als moderne Menschen zu definieren. Von klein auf wird uns beigebracht, dass gleichzeitiges Abarbeiten von Aufgaben uns angeblich effizienter macht. Doch in Wirklichkeit können Menschen – eigentlich alle Lebewesen – keine zwei anspruchsvollen Aufgaben auf einmal ausführen.

So etwas wie Multitasking gibt es nicht – der Versuch führt zu dem, ADHS genannt wird

Wenn ein Mensch den Eindruck hat, gleichzeitig mehrere Probleme zu kösen, findet in Wirklichkeit ein rasend schneller Wechsel zwischen den Aufgaben statt.

Denn das Gehirn kann sich nur auf eine Aufgabe zur gleichen Zeit konzentrieren. Wenn Sie denken, dass Sie multitaskingfähig sind, wechseln Sie in Wirklichkeit Ihre Aufmerksamkeit schnell von einer Aufgabe zur anderen.

Und dieses Umschalten kostet viel Energie, da sich das Gehirn wieder auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren muss.

Genau das passiert bei ADHS – das Gehirn vollbringt eine Höchstleistung nach der anderen

Da unsere Gehirne eher auf Überleben als auf Effizienz ausgerichtet sind, sind sie beim simultanen Erledigen von mehreren Aufgaben schlecht.

Haben Sie schon einmal versucht, bei einer Party zwei Gesprächen gleichzeitig zu folgen? Das funktioniert – wenn überhaupt – nur sehr kurz.

Daher kommt es darauf an, dass Sie Ihrem Kind erklären: Wenn du das Gefühl hast, dass du dich überfordert fühlst, dann ist das so, und das darf auch so sein.

Die beste Behandlung von Kindern mit der Diagnose ADHS ist – die Anleitung zu einer guten Behandlung von sich selbst, also die Einladung zu einem guten und wertschätzenden Umgang mit sich.

Selbstwertproblematik erkennen

Ein durch ADHS als gestört definiertes Kind profitiert vielleicht nur für einen Moment von der Besonderheit einer Diagnose. Besondes zu sein, das ist hier keine Auszeichnung.

Das Selbstinstruktionstraining soll auf Maßhalten und Großzügigkeit ausgerichtet sein: bei den Ansprüchen

Therapien zielen meistens darauf ab, ein die Unkonzentriertheit zu bekämpfen. Dieses Vorhaben ist kontraproduktiv.

Warum?

Weil es natürlicherweise nicht gelingen kann, das vielseitige Interesse eines Kindes dadurch zu zügeln, dass man das Kind in seine Schranken verweist. Das wäre ungefähr so, wie wenn Sie einem Menschen, der im Wasser steht, verbieten wollten, nass zu werden.

Die Selbstanweisung soll daher darauf zielen, die überbordende Vielfalt der Reize und Attraktionen wahrzunehmen – also sie gerade eben nicht zu verdrängen.

Einladung zu einem besonderen Ordnungsverhalten

Was zählt zu den besten Maßnahmen, die Aufmerksamkeit des Kindes zu gewinnen?

Laden Sie das Kind dazu ein, mehr von dem zu tun, was es bereits unternimmt.

Kinder mit der Diagnose ADHS sind sehr darauf aus, die Welt zu erkunden – vor allem die Welt im Außen. Und so drängen viel zu viele Eindrücke und Reize von außen nach innen. Dort landen sie dann im Arbeitsgedächtnis.

Ohne Training ist das Arbeitsgedächtnis hoffnungslos überfordert.

Ohne bewusste Ordnung herrscht Chaos: Im Gehirn, in der Seele, im Küchenschrank, in der Familie.

Und jetzt stellen Sie die bisherigen Ideen und Versuche, Kindern durch Therapie und Medikamente davon abzubringen, ihr Arbeitsgedächtnis zu überlasten.

Das macht kein Kind mit Absicht.

Aber stellen Sie sich für einen Moment folgendes Bild vor:

Ein Mensch ist auf einem Flohmarkt und kauft altes Porzellan. Zu Hause packt er alles aus und stellt es in den Geschirrschrank. Ohne es vorher abzuwaschen. Ohne es zu sortieren. Würden Sie dem Schrank Medikamente oder Therapien verordnen, damit eine Systematik in den Inhalt kommt?

Sicher nicht.

Was unternimmt ein planender Mensch, der mit einem Kofferraum voller Gegenstände nach Hause kommt?

Er teilt sich die Arbeit ein. Er stellt einen Teil der Aufgaben zurück, bis die ersten Aufgaben erledigt sind.

Denn er weiß:

Aufgaben brauchen ihre Zeit. Beim Versuch, alles auf einmal zu tun, geht vieles zu Bruch. Und hier helfen – richtig: keine Medikamente.

Ist ADHS also in Wirklichkeit ein Problem mit der Priorisierung?

Um es einfach zu sagen: ja. Therapien und Therapeuten sollten sich nicht darauf konzentrieren, ein bestimmtes Verhalten auszuschalten.

Das geht selten gut bzw. nie.

Die Selbsthilfemöglichen nehmen immer dann zu, wenn der Mensch eigene Gestaltungsmöglichkeiten hat.

Achtsamkeitstherapien sind ein guter Anfang.

Medikamente können nur chemische Reaktionen beeinflussen, nicht aber positiv den Verstand oder die Emotionen. Mit Medikamenten wird langfristig nur vom Kern der Sache abgelenkt: von der Priorisierung von Eindrücken, Gedanken und Impulsen.

Die Verhaltenstherapie ist der systemischen Therapie unterlegen, weil sie die Wechselwirkungen von Verhalten nicht im Blick hat. Bei einer systemischen Betrachtungsweise wird klar:

Es findet bei ADHS ein Wettlauf der Impulse und Gedanken statt

In der Regel versucht das Gehirn, aus den einsträmenden Signalen auf eine gewisse Art Daten zu entwickeln, also Zuordungen zu schaffen.

Ein Gehirn ohne Ordnung ist im Chaos.

Bei ADHS kommt es zu einem Zielkonflikt im Gehirn. Alle Impulse, Eindrücke, alle Emotionen aus Familie, Schule, von den Eltern, von anderen Kindern werden gleichzeitig als wichtig und unaufschiebbar eingeordnet.

Das eigentliche Problem beim Phänomen von ADHS ist also die Reihenfolge bzw. das Fehlen einer Reihenfolge, also: maximale Gleichzeitigkeit.

Das neue Selbshilfeverfahren bei der Diagnose ADHS

Diese Selbsthilfetechnik ist weltweit einzigartig – und Sie werden sie nirgends sonst im Internet finden.

Im Jahr 2009 erschien im Exponere-Verlag das Buch „Gedankenwohnung.“ Es beschreibt auf den ersten Seiten eine Chaos-Szene im Kopf.

Dieses Chaos ist, das prototypisch steht für die Problematik im Zusammenhang mit der Diagnose ADHS.

Alles gleichzeitig.

Alles auf einmal.

Und der arme Mensch mit diesem übervollen Gehirn findet sich in einer grotesken Situation wieder: wie in einer Halle, in der alles durcheinander ist.

Würde jemand diesen Menschen dazu überreden wollen, sich doch endlich zu konzentrieren, es bliebe erfolglos. Dieser Mensch könnte als „ADHSler“ bezeichnet werden. Dabei hat er einfach nur einen übervollen Kopf. Eine Verhaltenstherapie kann hier kaum helfen, das es nicht um das Tun oder Lassen geht, sondern um ein inneres Bild von den Dingen, die im Kopf ablaufen.

Unterstützung kommt durch innere Bilder

Menschen mit der Diagnose könnten über schwache Filterfunktionen verfügen. Alle Eindrücke werden aufgenommen.

Mit einem ressourcenorientierten Blick heißt das: Dieser Mensch nimmt enorm viel wahr – viel mehr als andere Menschen.

Das Problem ist, dass diese Fülle nicht als Reichtum wahrgenommen wird, sondern vielmehr als Last.

Nehmen Sie diese Information an: Vielfalt ist erst dann ein Gewinn, ein Reichtum, wenn sie zur Verfügung steht. Wenn Vielfalt wie eine Masse im Weg steht, herrscht das Chaos.

Aber dann könnte man doch einfach Platz schaffen im Kopf?

Genau das ist die Idee.

Es gibt hier nur einen Haken.

Menschen mit ADHS sind in ihrem tiefsten Inneren sehr gewissenhaft. Deshalb verlieren sie sich auch in so vielen Themen und widmen ihnen enorm viel Zeit.

Diese Tugend kann ein Hindernis sein, bis sie in den richtigen Zusammenhang kommt:

Alles zu seiner Zeit und an seinem Platz

Wenn gedanklich und emotional alles an seinem Platz ist, dann kann es auch zum geeigneten Zeitpunkt hervorgeholt, beachtet und bearbeitet werden. Ohne Therapie. Ohne medikamentöse Behandlung.

Die Grundlage für diesen Ansatz ist ein einfaches Phänomen:

Ich kann mich nur dort aufhalten, wo Platz für meinen Aufenthalt ist.

Mit anderen Worten: Wenn das Arbeitsgedächtnis voll ist, passt nichts mehr hinein.

Was also tun, wenn bei einem Menschen mit wenig ausgeprägten Filterfunktionen und viel Interesse an jedem einzelnen Faktum ein Informations-Overload besteht?

Es geht darum, den Menschen in seinen Befürchtungen zu verstehen. Menschen mit viel im Kopf haben die Befürchtung, etwas zu verpassen, wenn sie einen Gedanken oder eine Idee ziehen lassen.

Deshalb bewahren sie sie. In der Entwicklung eines Menschen mit der Diagnose ADHS finden Sie in der Regel Informationen darüber, dass das Sammeln und Aufbewahren von Projekten, Impulsen, Gedanken und Plänen zum Lebensmittelpunkt zählt.

Dies ist zu würdugen.

Gleichzeitig soll die Person verstehen können, dass sie einen hohen Preis bezahlt, wenn sie alles gleichzeitig aktiv hält.

Und: Die Person soll ein Angebot bekommen, wie sie beides bleiben kann: vielfältig und gewissenhaft mit Bezug auf jeden einzelnen Gedanken, den sie in sich trägt.

Der Inhalt des Arbeitsgedächtnisses muss also auf Bereiche außerhalb des Aufmerksamkeitszentrums verteilt werden. Nicht im Kontext einer Therapie, sondern in Form innerer Bilder.

Bei den inneren Bildern sind Menschen mit der Diagnose ADHS stark. Zu allem und jedem gibt es gesammelte Eindrücke. Also lässt sich genau diese Veranlagung dazu nutzen, Ruhe in den Kopf zu bringen.

Die Rede ist von der Exzentration, die vor der Konzentration stehen muss.

In der Schule.

Am Arbeitsplatz.

Im privaten Gespräch.

In der fachlichen Diskussion.

Überall ist es erforderlich, sich auf den jeweiligen Vorgang einzulassen.

Das kann und wird nur dann funktionieren, wenn andere Vorgänge im Pausenmodus sind.

Wie es funktioniert, das ist im Buch „Gedankenwohnung“ genau beschrieben. Ich habe dieses Buch 2009 veröffentlicht und wusste damals noch nicht, dass das Konzept in der ADHS-Welt so gut ankommen würde.

Sie wollen sehen, wie sich „Gedankenwohnung“ liest? Laden Sie sich hier die Gratis-Leseprobe als PDF herunter.

Gedankenwohnung – das E-Book

„Gedankenwohnung“ gibt es gedruckt und als E-Book

Sie möchten gleich das E-Book haben? Hier ist der Link zur Verkaufsseite des E-Books „Gedankenwohnung“