Macht

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Was ist Macht?

Macht-Definition: Macht ist der zeitweise oder dauerhafte Überhang von Bestimmungsgewalt, der sich Bemächtigte kaum oder nicht entziehen können. Machtgefüge bestehen z. B. innerhalb einer sozialen Beziehung oder in der Interaktion von Völkern, Volksgruppen und Staaten.

  • Ein Herrscher hat Macht über das Volk.
  • Ein Partner kann in einer sozialen Beziehung den eigenen Willen über die Freiheit des anderen stellen.
  • Der Gefängniswärter hat im Rahmen seiner Aufgaben die Macht, Menschen hinter Gitter zu halten.

Max Weber sagt: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“ (Weber 1985, S. 28)

Hannah Arendt trennt scharf zwischen Macht und Gewalt. Macht ist in Arendts Verständnis das Handeln politischer Akteure; die Gewalt ist, wenn sie über das Gewaltmonopol des Staates hinausgeht, kein politisches Konzept. 

Niccolò Machiavelli beschrieb Macht als gegebenes Faktum. Er war der Meinung, sie müsse nicht legitimiert werden. 

Macht steht grundsätzlich in Verbindung mit Mächtigen, Machthabern und einer komplementären Seite, die sich als Untergebene präsentiert.

Viele Menschen leben in einem Gefühl der Ohnmacht, weil sie von einem Einfluss träumen, den sie nicht haben können. Dabei übersehen sie, in welchen Bereichen sie durchaus Einfluss und Bedeutung (im positiven Sinne) entwickeln können. 

Das Wort wirkmächtig beschreibt sehr gut, was es mit der machtvollen Wirkung zum Beispiel einer bahnbrechenden Idee auf sich hat. 

Macht in politischer, kriegerischer und forensischer Hinsicht

Macht in der Politik

In einer demokratischen Politik wird der Begriff Macht durch Wahlen verliehen. In diktatorischen Staatsformen haben die Untergebenen keine Wahl.

Macht in kriegerischen Auseinandersetzungen

In kriegerischen Kampfhandlungen definieren sich die Machtverhältnisse über die militärischen Größenordnungen. 

Macht in forensischem Kontext

Im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen versteht die Gesetzgebung unter Machtausübung verschiedene Formen von Ausbeutung, Unterdrückung, Freiheitsberaubung, Nötigung sowie Verletzungen psychischer wie physischer Art.

Macht im gesellschaftlichen Zusammenhang

Im gesellschaftlichen Kontext ist Macht z. B. dort zu beobachten, wo Menschen durch materielle, intellektuelle, soziale oder gesundheitliche Überlegenheit Vorteile gegenüber weniger begüterten Personen geltend machen und anderen Personen damit Nachteile zufügen.

Gesellschaftliche Macht kann indes auch Gutes hervorbringen, etwa wenn eine Person von Einfluss eine negative Entwicklung von einer anderen Person abwendet. 

Was ist die Wortbedeutung von Macht?

In ihrer einfachsten Form ist Macht die Fähigkeit, etwas zu bewirken. Sie ist die Fähigkeit, Menschen zu beeinflussen und Dinge zu bewirken. Mit Macht kommt Kontrolle, und mit Kontrolle kommt die Fähigkeit, den Lauf der Dinge zu verändern.

Macht ist das, was sich viele Menschen wünschen, um im Leben voranzukommen.

Oft wird Macht aber mit Gewalt verwechselt. Wer die Gewalt über andere erlangen will, erlebt sich oft als ohnmächtig.

Macht im positiven Sinn

Ein machtvoller Gedanke kann stärkend wirken.

Er kann uns den Mut geben, scheinbar unüberwindbare Aufgaben zu übernehmen. Sie kann uns helfen, in der Welt etwas zu bewirken. Macht im Sinne von Kraft und Zuversicht geben uns Auftrieb und Antrieb.

Wenn wir unsere Gedanken und Handlungen an einem hohen und guten Ziel ausrichten, haben wir Zugang zu einer inneren Kraft, die kaum Grenzen kennt.

Wer ist in einer Machtposition?

Machthaber, die ihre Position ausnutzen, können viele sein: Regierungschefs oder Geschäftsführer. Hier sprechen wir von einer Positionsmacht. Es gibt aber auch Rechthaber und Unterdrücker in sozialen Gemeinschaften.

In den meisten Fällen brauchen Machthaber eine gewisse Anzahl von Menschen, die ihnen die Macht überlassen. Ein ungerechter Chef hat seine Machtposition nur so lange inne, wie der Betriebsrat dies zulässt.

Haben Gedanken Macht?

Nein. Gedanken können zwar machtvoll wirken, aber sie besitzen keine Macht an sich. Der Mensch entscheidet, welchen Gedanken er Bedeutung gibt und welchen nicht.

Gedanken haben für sich gesehen keine Macht. Wenn sie machtvoll wirken, so liegt dies an der Bedeutungsgebung. 

 

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Quellen zu Veröffentlichungen zur Macht:

Dewiki.de/Lexikon/Macht

Literatur:

  • Elias Canetti: Masse und Macht. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-26544-4.
  • Hannah Arendt: Macht und Gewalt. Piper Verlag, München 1970, ISBN 3-492-20001-X
  • Niklas Luhmann: Macht. Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02205-0
  • Michel Foucault : Überwachen und Strafen, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-518-38771-9