Bilanzneurose

« Zurück zur Index-Seite

Bilanzneurose – Definition, Ursache und Behandlung

Bilanzneurose beschreibt eine seelische Störung im Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass jemand sein Lebensziel nicht erreicht hat.

„Wie gewonnen, so zerronnen“ – das ist einer der fatalen Sätze, mit denen Menschen ihr gesamtes Leben schlechtreden.

Ursachen und Kontext Bilanzneurose

Zu den Ursachen und Faktoren, die bei einer Bilanzneurose in Wechselwirkung stehen, zählen:

  • überhöhte Ansprüche an sich selbst
  • fehlendes oder schwach entwickeltes Selbstbewusstsein, daher hoher Leistungsdruck
  • Perfektionismus
  • mangelnde Selbstfürsorge

Welche Gedanken spielen bei einer Bilanzneurose eine Rolle?

Wer eine Lebensbilanz zieht, unternimmt dies im Rahmen einer Bewertung und von Vergleichen.

Der bilanzneurotisch sich präsentierende Mensch hadert im Konjunktiv mit den eigenen Entscheidungen – als ob er sie dadurch nachträglich verändern könnte. Dies führt i. d. R. zu starken seelischen Belastungen.

Selbstabwertungen und das Katastrophisieren können zur Bilanzneurose führen 

Eine negative Lebensbilanz – etwa „Scherbenhaufen“ oder „Trümmer der Existenz“ kann nur zustande kommen, wenn eine entsprechende Überhöhung bzw. Vergrößerung (Magnifizierung) des Negativen stattfindet.

Wie lässt sich eine Bilanzneurose behandeln?

In einer systemischen Psychotherapie bzw. Beratung wird der Therapeut das Augenmerk v.a. auf die erreichten Ziele und den geleisteten Einsatz lenken.

Das Prinzip der Gedankenwohnung hilft dabei, kritische Gedanken in Räume auszulagern: dorthin, wo sie keinen beträchtlichen Schaden mehr anrichten können.

Zur Startseite Gedankenwohnung

Die Kapitel des Buches Gedankenwohnung